Olympische Winterspiele in China: Kein Gold für Menschenrechte!

Das Bild ist zweigeteilt, in der Mitte ist ein Riss zu sehen. Auf der linken Bildhälfte ist das Foto eines Sportstadions zu sehen, in dem viele Menschen sind. Eine Flagge, auf der die olympischen Ringe zu sehen sind, ist gehisst sowie zwei weitere Flaggen. Auf der rechten Bildhälfte ist eine Illustration, auf der hunderte Gefangener in einheitlicher Kleidung zu sehen sind, die mit verschränkten Händen auf dem Boden knien. Sie sind umringt von bewaffneten Männern, Gefängniszäunen und Überwachungstürmen.

© Foto: imago/Imaginechina / Illustration: Molly Crabapple Link auf https://amnesty.de

Vom 4. Februar bis 13. März 2022 werden bei den Olympischen Winterspielen und den anschließenden Paralympischen Winterspielen in Peking Goldmedaillen für Höchstleistungen verliehen. China steht im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dabei steht für die Marktheidenfelder Gruppe von Amnesty International bereits fest: Kein Gold für die Menschenrechte in China!

Die Menschenrechtsverletzungen nehmen dort seit Jahren zu, u.a. die Einschränkung der Meinungsfreiheit, willkürliche Verhaftungen, staatliche Repression, Überwachung und Unterdrückung. China nutzt das große Interesse am Sport, um mit den Olympischen Spielen Imagepflege zu betreiben und von der schlechten Menschenrechtsbilanz abzulenken.

Deshalb will auch die örtliche Gruppe die Aufmerksamkeit während der Winterspiele auf die Menschenrechtssituation in China lenken und sich insbesondere für zwei Menschen in Gefahr einsetzen: die inhaftierte Bürgerjournalistin Zhang Zhan und die Uigurin Hayrigul Niyaz.

Hayrigul Niyaz zog nach ihrem Studium in der Türkei zurück nach China, um ein Reisebüro zu eröffnen. Doch 2017 nahm dieser Traum ein jähes Ende. Die heute 35-Jährige wurde ohne offizielle Begründung von den chinesischen Behörden festgenommen. Ihr mittlerweile in Deutschland lebender Bruder vermutet, dass sie sich im Internierungslager oder im Gefängnis befindet, weil sie ins Ausland gereist ist und dort studiert hat. Hayrigul hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl oder Kontakt zu ihrer Familie.

Die Bürger_innenjournalistin Zhang Zhan ist eine der wenigen unabhängigen Stimmen, die im Februar 2020 über die Situtation in Wuhan nach Ausbruch des das Corona-Virus berichten. Dafür ist sie zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Um gegen das Urteil zu protestieren, trat Zhang Zhan in einen Hungerstreik und schwebt nun in Lebensgefahr. Ihre Familie rechnet nicht damit, dass sie die nächsten Monate überleben wird, wenn sie nicht aus medizinischen Gründen freigelassen wird. Am 15. November 2021 reichten ihre Angehörigen ein entsprechendes Gesuch ein, doch die Antwort des Frauengefängnisses von Shanghai steht noch aus.

Die Mitglieder der Marktheidenfelder Amnesty Gruppe setzen sich für die Freilassung der beiden jungen Frauen ein, weil sie überzeugt sind, dass diese größtmöglicher Unterstützung bedürfen. Interessierte können dies ebenfalls über eine Online-Aktion von amnesty International tun unter www.amnesty.de.

Der nächsten Themenabende Menschenrechte finden statt jeweils Donnerstag 17.02.2022, 17.03.2022, 28.04.2022,19.05.2022, 23.06.2022 und 21.07.2022 um 19.00 Uhr im Raum E1.5 in der VHS Marktheidenfeld. Interessierte sind herzlich willkommen, sollten sich aber aufgrund Corona vorher bei der VHS anmelden oder direkt bei marktheidenfeld@amnesty-wuerzburg.de. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

28. Januar 2022